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Sommer in Japan – Zwischen Matsuri, Feuerwerk und lauen Nächten Sommer in Japan – Zwischen Matsuri, Feuerwerk und lauen Nächten

Sommer in Japan – Zwischen Matsuri, Feuerwerk und lauen Nächten

Die meisten Japanreisenden wählen den Frühling mit der Kirschblütenzeit oder den Herbst mit dem wundervoll gefärbten Laub als Reisezeit für ihren Japan-Trip. Der Sommer hingegen gilt noch immer als Geheimtipp, das aber völlig zu Unrecht. Denn gerade in den warmen Monaten zeigt sich Japan von einer besonders lebendigen, farbenfrohen und authentischen Seite. Die Straßen füllen sich mit Menschen, aus jeder Gasse duftet es nach frisch gegrillten Spezialitäten, abends erhellen gigantische Feuerwerke den Himmel und in nahezu jeder Stadt wird gefeiert. Wer Japan im Sommer besucht, erlebt das Land nicht nur als Reiseziel, sondern als großes Fest.

Natürlich bringt der japanische Sommer auch Herausforderungen mit sich. Hohe Temperaturen und eine oft kräftige Luftfeuchtigkeit verlangen nach einer guten Reiseplanung. Doch wer sich darauf einstellt, wird mit Erlebnissen belohnt, die es in keiner anderen Jahreszeit gibt. Zwischen tropischen Inseln, kühlen Berglandschaften, historischen Tempeln und pulsierenden Metropolen bietet Japan unzählige Möglichkeiten, den Sommer in all seinen Facetten zu genießen.

Warm, sonnig und manchmal tropisch

Im Juni beginnt der Sommer in Japan vielerorts mit der sogenannte Tsuyu, die Regenzeit. Anders als viele vermuten, regnet es dabei jedoch selten den ganzen Tag. Viel häufiger wechseln sich kurze, kräftige Schauer mit sonnigen Abschnitten ab. Die Landschaft wirkt jetzt besonders vital, Reisfelder leuchten in sattem Grün und Gärten zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Ab Mitte Juli übernimmt dann der eigentliche Sommer das Kommando. Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad sind in den meisten Regionen völlig normal, begleitet von einer hohen Luftfeuchtigkeit. Gerade in Städten wie Tokyo, Osaka oder Kyoto kann es sich deutlich wärmer anfühlen. Gleichzeitig sind nahezu alle Gebäude, Hotels, Kaufhäuser und Bahnen hervorragend klimatisiert. Wer den Tag geschickt plant, kommt erstaunlich gut mit der Hitze zurecht.
Viele Japaner beginnen ihre Tage früh am Morgen, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. Mittags zieht man sich gerne für eine längere Pause in Cafés, Museen oder Kaufhäuser zurück, bevor das Leben am Abend erneut aufblüht. Genau dann beginnt für Besucher oft der schönste Teil des Tages. Die Straßen füllen sich, Restaurants stellen zusätzliche Tische nach draußen und überall entsteht eine entspannte Sommeratmosphäre.

Kaum eine Jahreszeit ist so eng mit traditionellen Festen verbunden wie der Sommer. Fast jedes Wochenende findet irgendwo ein Matsuri, ein Sake-Markt oder ein Shochu-Festival statt. Mein Matsuri handelt es sich um jahrhundertealte Volksfeste, die ursprünglich religiösen Ursprungs sind und bis heute fester Bestandteil des japanischen Lebens geblieben sind. Schon beim ersten Besuch wird schnell klar, warum viele Japaner den Sommer so lieben. Überall hängen bunte Papierlaternen, Musik erfüllt die Straßen und an zahlreichen Ständen werden lokale Spezialitäten angeboten. Kinder spielen traditionelle Spiele, Familien flanieren gemeinsam über die Festmeilen. Besonders bekannt ist das Gion Matsuri in Kyoto, das den gesamten Juli über gefeiert wird. Riesige, kunstvoll verzierte Festwagen ziehen durch die historischen Straßen der ehemaligen Kaiserstadt. Millionen Besucher reisen jedes Jahr an, um dieses einmalige Spektakel mitzuerleben. Ebenso beeindruckend ist das Nebuta Matsuri in Aomori. Gewaltige, beleuchtete Figuren aus Papier und Holz ziehen nachts durch die Straßen und stellen historische Krieger, Drachen oder mythologische Wesen dar. Begleitet werden sie von Trommlern, Flötenspielern und Tänzern. Die Atmosphäre ist elektrisierend und gehört zu den eindrucksvollsten Sommererlebnissen Japans.

Auch das Tenjin Matsuri in Osaka zählt zu den berühmtesten Festen des Landes. Höhepunkt ist eine große Bootsprozession auf dem Fluss, bevor am Abend ein spektakuläres Feuerwerk den Himmel über der Stadt erleuchtet.
Selbst kleinere Orte veranstalten ihre eigenen Sommerfeste. Gerade diese regionalen Matsuri vermitteln oft den authentischsten Eindruck vom japanischen Alltag. Besucher sind überall willkommen und werden schnell Teil der fröhlichen Stimmung.

Während Feuerwerke in Europa häufig nur zu Silvester oder besonderen Anlässen stattfinden, gehören sie in Japan ganz selbstverständlich zum Sommer. Die sogenannten Hanabi Taikai sind riesige Feuerwerksveranstaltungen, die teilweise über zwei Stunden dauern und Hunderttausende Besucher anziehen. Familien reservieren bereits am Nachmittag ihre Plätze entlang der Flüsse oder an Seen, breiten Picknickdecken aus und verbringen gemeinsam den Abend. Besonders berühmt ist das Sumidagawa-Feuerwerk in Tokyo. Vor der Skyline der Hauptstadt steigen Zehntausende Raketen in den Himmel und spiegeln sich im Wasser des Sumida-Flusses. Ähnlich beeindruckend sind die Feuerwerke in Osaka, Nagaoka oder Omagari, wo jedes Jahr internationale Pyrotechniker gegeneinander antreten. Wer einmal erlebt hat, wie sich tausende Menschen schweigend auf den nächsten Feuerwerkskörper freuen und anschließend begeistert applaudieren, versteht schnell, warum Hanabi in Japan weit mehr sind als nur ein schönes Lichtspektakel.

Obon – das Fest der Seelen

Neben den fröhlichen Festen besitzt der Sommer auch eine sehr ruhige und spirituelle Seite. Mitte August feiern viele Regionen das Obon-Fest. Nach buddhistischem Glauben kehren während dieser Tage die Seelen der Vorfahren zurück, um ihre Familien zu besuchen. Häuser werden geschmückt, Gräber gepflegt und Tempel besucht. Viele Japaner reisen in ihre Heimatorte, weshalb Autobahnen und Schnellzüge zu den vollsten des Jahres gehören. Am Abend finden vielerorts Bon-Odori-Tänze statt. Menschen jeden Alters tanzen gemeinsam einfache Choreografien zu traditionellen Liedern. Besucher dürfen oft spontan mitmachen und erleben so eine der herzlichsten Traditionen Japans. Besonders stimmungsvoll sind die schwimmenden Laternen, die vielerorts am Ende des Obon-Festes auf Flüsse oder Seen gesetzt werden. Langsam treiben sie durch die Dunkelheit und verabschieden symbolisch die Seelen der Ahnen.

Tokyo im Sommer

Tokyo mag im Sommer heiß sein, doch die Stadt weiß genau, wie man damit umgeht. Zahlreiche Parks laden zum Verweilen ein. Der weitläufige Shinjuku Gyoen oder der Yoyogi Park bieten überraschend viel Schatten mitten in der Millionenmetropole. Besonders angenehm sind Spaziergänge entlang des Sumida-Flusses oder auf der künstlichen Insel Odaiba, wo häufig eine frische Brise vom Meer weht. Viele Besucher genießen außerdem Dachterrassen mit Blick auf die Skyline. Sobald die Sonne untergeht, erwacht Tokyo zu neuem Leben. Rooftop-Bars, Yatai (Straßenstände) und Schatten spendende Bäume in Parks gehören jetzt zu den beliebtesten Treffpunkten. Wer etwas Abkühlung sucht, besucht eines der modernen Aquarien, Museen oder die zahlreichen klimatisierten Kaufhäuser. Selbst eine Fahrt mit der Yurikamome-Bahn über die Rainbow Bridge bietet spektakuläre Ausblicke und gleichzeitig eine angenehme Pause von der Hitze.

Kyoto zwischen Tempeln und Bambuswäldern

Kyoto gilt als eine der heißesten Städte Japans. Die Lage in einem Talkessel sorgt dafür, dass sich die Wärme besonders lange hält. Dennoch besitzt die ehemalige Kaiserstadt gerade im Sommer ihren ganz eigenen Charme. Früh am Morgen lassen sich berühmte Sehenswürdigkeiten wie der Fushimi Inari-Schrein oder der Bambuswald von Arashiyama nahezu menschenleer erleben. Danach lohnt sich eine Pause in einem traditionellen Teehaus oder an einem der kleinen Flüsse, die durch die Stadt fließen. Ein besonderes Erlebnis sind die sogenannten Kawadoko-Restaurants. Dabei werden Holzterrassen direkt über Flüssen gebaut, sodass während des Essens angenehm kühle Luft vom Wasser aufsteigt. Gerade in den Abendstunden entsteht hier eine einzigartige Atmosphäre.

Osaka – Genuss bis tief in die Nacht

Osaka gilt als die kulinarische Hauptstadt Japans. Im Sommer verlagert sich das Leben zunehmend nach draußen. Besonders rund um Dotonbori herrscht bis spät in die Nacht reger Betrieb. Straßenstände bieten Takoyaki, Okonomiyaki oder gegrillte Meeresfrüchte an, während unzählige Leuchtreklamen den Fluss erhellen. Wer die Hitze tagsüber meidet und erst gegen Abend unterwegs ist, erlebt Osaka von seiner entspanntesten Seite. In Osaka gibt es zudem auch bei Restaurants öfter die Möglichkeit, draußen zu sitzen. Sehr viel mehr als in Tokyo auf jeden Fall.

Hokkaido – Der kühle Norden

Wer den japanischen Sommer genießen möchte, ohne unter extremer Hitze zu leiden, sollte Hokkaido in Betracht ziehen. Die nördlichste Hauptinsel Japans bietet angenehm milde Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad. Weite Lavendelfelder rund um Furano verwandeln ganze Landschaften in violette Blütenmeere, während Nationalparks mit kristallklaren Seen und aktiven Vulkanen zu Wanderungen einladen. Auch Sapporo entwickelt sich im Sommer zu einer ausgesprochen lebenswerten Stadt mit zahlreichen Festivals, Biergärten und Musikveranstaltungen.

Die japanischen Alpen

Zwischen Nagano, Gifu und Toyama erhebt sich eine völlig andere Welt. Die japanischen Alpen bieten selbst im Hochsommer angenehme Temperaturen und spektakuläre Natur. Hier führen Wanderwege durch dichte Wälder, vorbei an Wasserfällen und klaren Bergseen. Kleine Dörfer wie Kamikochi oder Shirakawa-go wirken beinahe wie aus einer anderen Zeit und laden dazu ein, den Trubel der Großstädte hinter sich zu lassen.

Okinawa 

Ganz im Süden wartet mit Okinawa eine tropische Inselwelt, die sich deutlich vom Rest Japans unterscheidet. Weiße Sandstrände, türkisfarbenes Wasser und Korallenriffe erinnern eher an Südostasien als an Tokyo oder Kyoto. Wer gerne schnorchelt oder taucht, findet hier ideale Bedingungen. Gleichzeitig lässt sich die entspannte Inselkultur wunderbar mit regionaler Küche und der berühmten Gastfreundschaft Okinawas verbinden.

So kühlen sich die Japaner ab

Der Sommer hat in Japan zahlreiche kleine Traditionen hervorgebracht, die helfen, die Hitze angenehmer zu gestalten. Besonders beliebt ist Kakigori, kunstvoll geschabtes Eis mit fruchtigen Sirups oder Matcha. Auch kalte Soba-Nudeln gehören fest zur Sommerküche. Sie werden eisgekühlt serviert und in eine leichte Brühe getaucht.

In vielen Parks entstehen Wasserspiele für Kinder, während Flüsse und Seen beliebte Ausflugsziele werden. An den Küsten öffnen zahlreiche Strandcafés und temporäre Beachbars. Nicht zu vergessen sind die unzähligen Getränkeautomaten. Kaum irgendwo auf der Welt findet man so viele Möglichkeiten, jederzeit gekühlten Tee, Mineralwasser oder isotonische Getränke zu kaufen. Gerade an heißen Tagen wird das schnell zum unverzichtbaren Begleiter.

Der Sommer zeigt Japan von seiner herzlichsten Seite

Vielleicht ist der Sommer nicht die bequemste Reisezeit für Japan. Doch genau darin liegt sein besonderer Reiz. Während sich viele Besucher auf die Kirschblüte oder den Herbst konzentrieren, erlebt man im Juli und August ein Land voller Energie, Farben und Lebensfreude. Wer bereit ist, sich auf Wärme und tropische Temperaturen einzulassen, wird mit Erinnerungen belohnt, die lange bleiben. Der japanische Sommer verbindet jahrhundertealte Traditionen mit modernem Stadtleben, spektakuläre Natur mit kulinarischen Entdeckungen und ausgelassene Feste mit stillen Momenten am Wasser. Genau diese Mischung macht ihn zu einer der faszinierendsten Reisezeiten überhaupt. Und vielleicht sogar zur schönsten.

Unsere Rooftop-Tipps für laue Sommerabende

Wenn die Sonne langsam hinter der Skyline verschwindet und die Temperaturen angenehmer werden, beginnt in Japan eine der schönsten Tageszeiten. Viele Hotels, Bars und Aussichtsplattformen öffnen ihre Dachterrassen bis spät in die Nacht, perfekt für einen Cocktail, ein Glas Sake oder einfach einen unvergesslichen Ausblick.

Tokyo

Shibuya Sky
Die wohl spektakulärste Aussichtsplattform der Stadt. Von hier reicht der Blick über das endlose Häusermeer bis zum Tokyo Tower und an klaren Tagen sogar bis zum Fuji.

The Rooftop Bar (Andaz Tokyo)
Stylische Atmosphäre, exzellente Drinks und einer der schönsten Blicke auf den beleuchteten Tokyo Tower.

Two Rooms Grill | Bar
Eine der beliebtesten Dachterrassen Tokyos. Perfekt für einen entspannten Sommerabend mit Blick über Omotesando und Shibuya.

Osaka

Umeda Sky Building – Kuchu Teien Observatory
Die offene Dachplattform zwischen zwei Hochhaustürmen gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten Japans und bietet ein spektakuläres 360°-Panorama.

40 Sky Bar & Lounge (Conrad Osaka)
Modern, elegant und mit beeindruckendem Blick über den Fluss Yodo und die Skyline Osakas – besonders stimmungsvoll bei Sonnenuntergang.

Kyoto

K36 Rooftop Bar
Kaum eine Dachterrasse verbindet modernes Design und historische Kulisse so harmonisch. Von hier blickst du direkt auf die Yasaka-Pagode und über die Dächer der alten Kaiserstadt.

Fukuoka

THE LUIGANS Rooftop Terrace
Mit Blick auf das Meer statt auf Wolkenkratzer fühlt sich diese Dachterrasse eher wie ein Strandresort an. Perfekt, um einen warmen Sommertag entspannt ausklingen zu lassen.

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